
Auf der Druckstraße ist das Leuchten der UV-Lampe mehr als nur eine optische Effektschau – es handelt sich dabei um eine schnelle Diagnosemöglichkeit. Die Farbtemperatur, die man in den ersten Sekunden sieht, gibt an, ob der Innenaufbau der Lampe sowie die Elektroden für den Produktionsprozess bereit sind. Eine kühle, bläulich-weiße Farbe deutet in der Regel auf einen hohen Quecksilberdampfdruck und eine stabile Stromstrecke hin. Eine warme, gelbliche Farbe hingegen weist oft auf ein Ungleichgewicht der Edelgase oder auf Verunreinigungen hin – Bedingungen, die die Lebensdauer der Lampe verringern und die spektrale Leistung beeinträchtigen.
Was wirklich wichtig ist beim UV-Härten, ist die spektrale Leistung – nicht nur wie hell die Lampe aussieht.
Eine gut hergestellte Hochdruck-Quecksilberlampe sollte konstante Spitzenwerte bei 365 nm, 385 nm und 405 nm aufweisen, wobei die Strahlungsintensität entlang der Längsachse der Lampe konstant bleibt. Der 4-polige Anschluss sorgt dafür, dass die Zündung und die Wärmeableitung stabil bleiben – dadurch liefert der Ballast die richtige Startspannung und -stromstärke. Man möchte, dass die Lampe innerhalb von 3 Sekunden eine Strahlungsintensität von 200 mJ/cm² erreicht – und zwar genau im Fokalplan des Reflektors.
Wenn der Inhalt der Lampe geeignet ist und mit einem passenden Dichroikreflektor kombiniert wird, erhält man eine effektive Härteenergie, die auf dem Substrat wirkt. Das bedeutet weniger Ausschuss aufgrund unvollständiger Härte sowie weniger Stillstandszeiten durch Probleme mit der Haftung. Bei Flexodruck und Siebdruck sorgt eine stabile Strahlungsintensität bei 365 nm für das notwendige Crosslinking des Photoinitiators. Beim Offsetdruck ermöglicht das Spektrum von 385–405 nm eine Oberflächenhärtung ohne Beeinträchtigung durch Sauerstoff. Der 4-polige Anschluss macht außerdem den Austausch der Lampen einfacher – dadurch verkürzt sich die Umstellzeit und die Position der Lampe bleibt innerhalb von ±0,5 mm.
Hier liegt das Problem: Man muss die Lampe zum Ballast sowie zum Reflektor passend einstellen. Ein Unverhältnis kann dazu führen, dass die Lampe nicht genug Strom bekommt – oder dass sie überlastet wird. Dadurch ändert sich die Farbtemperatur und die Lebensdauer der Lampe wird verringert. Überprüfen Sie immer die Anschlüsse sowie die Zündspannung gegenüber den Spezifikationen Ihres Systems – 4-polige Anschlüsse sind bei verschiedenen Herstellern nicht immer gleich.
Geben Sie der Lampe etwa 10 Minuten Zeit, um sich aufzuwärmen, bevor Sie ihre Leistung beurteilen. Wenn Sie versuchen, die Leistung auf der Grundlage eines kalten Starts zu bewerten, liegen Sie falsch. Verlassen Sie sich nicht auf Ihre Augen – verwenden Sie stattdessen einen Spektroradiometer, um die Spitzenwellenlängen zu überprüfen. Das Sehvermögen ist zwar nützlich, doch es ersetzt keine präzisen Messdaten.